Was einen guten Reithallenboden ausmacht

Reithalle Ebbe Flut Aufbau

Ein Reithallenboden kann auf nahezu jedem Untergrund aufgebaut werden – auch auf Beton. Entscheidend für die Qualität und Langlebigkeit ist nicht der Untergrund selbst, sondern der systematische Aufbau des Reithallenbodens. In der Praxis kommen vor allem Schicht-Systeme sowie das Ebbe-Flut-System zum Einsatz.

Schicht-System:
Bei mehrschichtigen Reitbodensystemen erfolgt der Aufbau entweder zweischichtig mit einer Tret- und Trennschicht oder dreischichtig mit einer zusätzlichen Tragschicht. Dieses System ist weit verbreitet und lässt sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen.

Ebbe-Flut-System:
Ein spezielles Drainagerohrsystem in Kombination mit einer vollautomatischen Computersteuerung sorgt für eine gleichmäßige Bewässerung der Tretschicht. Dadurch bietet dieses Reitbodensystem nahezu ganzjährig optimale Reitbedingungen in der Reithalle.


Reithallenboden vs. Außenreitplatz – gibt es Unterschiede?

Grundsätzlich gibt es keinen erheblichen Unterschied zwischen Reitböden für Reithallen und für Außenreitplätze. Die verwendeten Materialien und Reitbodensysteme können in beiden Bereichen eingesetzt werden. Unterschiede ergeben sich jedoch aus den äußeren Einflüssen, denen der Boden ausgesetzt ist.

Bei einem Außenreitplatz spielen vor allem Witterungseinflüsse wie Regen eine zentrale Rolle. Entsprechend wichtig sind hier die Entwässerungseigenschaften der Tretschicht sowie des gesamten Bodenaufbaus, damit überschüssiges Wasser zuverlässig abgeführt werden kann und der Reitplatz ganzjährig nutzbar bleibt.

In der Reithalle ist der Reitboden hingegen vor Niederschlägen geschützt. Daher müssen die Entwässerungseigenschaften der Tretschicht nicht im gleichen Maße berücksichtigt werden wie im Außenbereich. Der Fokus liegt hier stärker auf gleichmäßiger Trittfestigkeit, Staubbindung und einer konstanten Bodenqualität.

Die grundlegenden Anforderungen an einen guten Reitboden – Trittsicherheit, Elastizität und eine gleichmäßige Oberfläche – gelten jedoch für Reithallen und Außenreitplätze gleichermaßen.


Reithalle Sand Vlies

Welcher Reithallenboden ist der richtige?

Die Wahl des passenden Reithallenbodens hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem:

  • der Nutzungsintensität des Bodens,

  • dem gewünschten Pflegeaufwand,

  • dem verfügbaren Budget,

  • sowie der geplanten Reitdisziplin (z. B. Springen, Dressur oder Western).

Für den Springsport empfiehlt sich beispielsweise eine Tretschicht mit hoher Scherfestigkeit, während für bestimmte Westernreitdisziplinen eher nachgiebige Reitböden geeignet sind. Unabhängig davon sollte ein Reithallenboden stets Wasser gut absorbieren und speichern, trittfest, elastisch und staubarm sein.

Zuschlagstoffe für den Reithallenboden

Für die Tretschicht in der Reithalle wird überwiegend speziell geeigneter Reitsand verwendet. Zur Optimierung der Eigenschaften können Zuschlagstoffe beigemischt werden.

Vlies:
Vlieshäcksel stabilisieren die Tretschicht, erhöhen die Wasserspeicherkapazität und verbessern die Scherfestigkeit. Da es sich um ein synthetisches Material handelt, ist eine fachgerechte Entsorgung erforderlich.

Siebgut:
Siebgut erhöht die Elastizität der Tretschicht und ist ökologisch abbaubar. Aufgrund der geringeren Lebensdauer sind jedoch regelmäßige Nachfüllungen notwendig.

 

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